© Bild Upcycling im Paradies (c) Stadtverwaltung Erfurt, Daniel Baumbach

Ausstellung „Upcycling im Paradies“

Samstag, 11 JUN 2022
10:00 Uhr
Domplatz 1, Erfurt

Beschreibung

Israelische Zeichnungen treffen auf arabische Drahtskulpturen

Sie waren ein ungewöhnliches Freundespaar: Ruth Horam, die vielseitige Künstlerin aus gutem Hause und Nihad Dabeet, der Skulpteur aus einfachen Verhältnissen. Beide in Tel Aviv geboren und später nur 30 Kilometer entfernt voneinander wohnend, doch eigentlich Welten voneinander entfernt. Horam, die Jüdin, war im Alter der Mutter des Arabers Dabeet. Doch trotz dieser Unterschiede bei Herkunft, Generation und Nationalität verstanden sich Ruth und Nihad prächtig.

Ihr Verhältnis zueinander war so gut, dass sie ein gemeinsames Kunstprojekt entwickelten, welches erst in Jerusalem und Ramla, später dann in Erfurt eine Heimat fand. Den stilisierten Olivenbaum aus Stahl und Kupfer nannten sie „Paradiesbaum“ – für sie Sinnbild für Hoffnung und Leben. Ruth Horam kreierte die Skulptur mit dem Malstift, Nihad Dabeet schweißte sie zusammen. Die Einweihung des „Paradiesbaumes“ auf dem Erfurter Petersberg im September 2021 erlebte Horam nicht mehr. Sie starb einen Monat zuvor mit 91 Jahren in Jerusalem.

Wichtigstes Sujet des späten Werks von Ruth Horam war die Natur. Multimediale Papierkunsttechniken, die auf Siebdruck basierten, brachte sie zur Vollendung. Sie zeichnete und malte ein beachtliches Werk zusammen, das an Universitäten, in öffentlichen Einrichtungen und Schulen in ganz Israel ausgestellt wird. In früheren Jahren kreierte die in London ausgebildete Künstlerin auch Statuen und Wandkunst aus recycelten Materialien, wie ausrangierten Autos – eine künstlerische Gemeinsamkeit mit ihrem Partner Nihad Dabeet.

Denn der verwertet seit jeher in seinen Skulpturen fast immer Altmetall. Es sind Menschen, Tiere und immer wieder Olivenbäume in verschiedenen Größen und Ausführungen, die der im bulgarischen Sofia studierte Künstler in seinem Atelier in Ramla bei Tel Aviv erschafft. Mit dieser Upcycling-Kunst will Dabeet belegen, dass auch im Alten neues Leben steckt. „Zum Wegschmeißen zu schade. So verwerte ich es zu etwas Neuem“, sagt er. Mit seiner Fischskulptur, deren Inneres mit Altplastik gefüllt ist, prangert Dabeet die Verschmutzung der Meere an – eine weitere Gemeinsamkeit zu Ruth Horam, die sich in ihren Werken auch für ökologische und soziale Belange einsetzte.

Eine Ausstellung vom Garten- und Friedhofsamt Erfurt im Kultur: Haus Dacheröden.


Weitere Termine


Veranstalter Informationen
Tel: +49 361 644 123 75
Kultur: Haus Dacheröden - Anger 37, 99084 Erfurt

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