© Bild von Thomas Müller

Urfaust

Sonntag, 12 APR 2020
18:00 Uhr
Theaterplatz 2, Weimar

Beschreibung

Einen ersten Entwurf des »Faust« bringt der junge Goethe 1775 mit nach Weimar. »Der Tragödie erster Teil« erscheint vollständig erst 1808. Heinrich Faust ist auch hier der gequälte Wissenschaftler, der trotz aller irdischer Gelehrtheit nicht erfassen kann, »was die Welt im Innersten zusammenhält«. In seiner Verzweiflung beschwört er den Erdgeist, um die Schranken seines Verstandes durch die Gefühlskraft des Herzens zu durchbrechen. Doch Faust muss die Begrenztheit menschlichen Verstehens erkennen. Rastlos wirft er sich in die Welt, glaubt in der jungen Margarethe naturnahe Reinheit zu entdecken und verfällt dem Mädchen. Mephisto begleitet Faust, ist Strippenzieher und Kuppler. Doch es geht Faust bis zum Ende auch in der Liebe nur um die Überwindung seines Selbsts. Gretchen zerbricht letztlich daran, sie tötet das gemeinsame Kind und landet dafür im Kerker.

Ohne die Wette zwischen Gott und Teufel und ohne den Pakt zwischen Faust und Mephisto steht im »Urfaust« die tragische Liebesgeschichte eines Intellektuellen mit einem jungen Mädchen im Mittelpunkt. Der Text ist weniger das Menschheitsdrama zwischen Himmel und Hölle, als welches die vollständige Tragödie bis heute gilt. Vielmehr ist er als Kommentar über eine scheinbar aufgeklärte Gesellschaft zu lesen, die ein verzweifeltes Mädchen als Kindsmörderin zum Tode verurteilt.

Regisseur Tobias Wellemeyer untersucht den für das DNT unverzichtbaren Stoff neu und stellt sich mit dieser Arbeit erstmals dem Weimarer Publikum vor.


Weitere Termine


Veranstalter Informationen
Tel: 03643755334
Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar - Theaterplatz 2, 99423 Weimar


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